Katholikentag: Blamage für Mittelbayerische Zeitung
„Meldung aus der Zukunft“: Auch die Süddeutsche Zeitung hat sich mit der von der Mittelbayerischen Zeitung ausgelösten Posse beschäftigt.
ZdK: „Es gibt keine Auflagen“
Lokalchef Josef Pöllmann kolportierte am Wochenende gar, dass „seriöse kirchennahe Quellen“ bestätigen würden, dass Oberbürgermeister Hans Schaidinger selbst „in Gesprächen mit dem Zentralkomitee der Katholiken gesagt (habe), die Stadt wolle beim Event im Mai 2014 mit einem Veranstalter zusammenarbeiten, der der Stadt zuzumuten sei und (habe) Kittel explizit ausgeschlossen“. Unsere Redaktion verfügt leider nicht über Kontakte zu anonymen „seriösen kirchennahen Quellen“. Wir mussten mit dem „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ selbst vorlieb nehmen, das mit einem dafür eigens gegründetem Verein den Katholikentag 2014 in Regensburg organisiert. Und dort gibt uns Pressesprecher Theodor Bolzenius, den wir mit der Berichterstattung der Mittelbayerischen Zeitung konfrontieren, eine frappierend deutliche Auskunft: „Es gibt und gab keinerlei Auflagen der Stadt Regensburg zur Vergabe von irgendwelchen Aufträgen.“Aufträge europaweit ausgeschrieben
Und nicht genug damit: Tatsächlich wurde der Auftrag, den die Mittelbayerische Zeitung so gern in Kittelschen Händen sehen würde, europaweit ausgeschrieben (Die Ausschreibungsunterlagen sind hier online abrufbar.). Einsendeschluss ist der 31. Oktober, dann wird sich eine eigens dafür vom ZdK bzw. dem Verein eingerichtete Geschäftsstelle, die ab November auch in Regensburg ihre Arbeit aufnehmen wird, um die Auftragsvergabe und andere organisatorische Details kümmern. Die Stadt selbst wird – wie in der Vergangenheit auch in anderen Städten üblich – dazu einen Zuschuss geben, über dessen Höhe derzeit noch verhandelt wird. Von etwa einer Million Euro ist derzeit die Rede. Die Entscheidung fällt voraussichtlich im November im Stadtrat.Süddeutsche berichtet über MZ-Posse
Auslöser des „MZ-Skandals“ war eine Frage von SPD-Fraktionschef Norbert Hartl am Rande einer Koalitionsausschussitzung. Er hatte – nach einem Artikel in der Mittelbayerischen Zeitung, in dem die Veranstalter-Qualitäten von Peter Kittel ganzseitig über den grünen Klee gelobt wurden – den Oberbürgermeister gefragt, ob wohl Kittel den besagten Auftrag bekommen würde. Darauf fußend und eben informiert durch „seriöse kirchennahe Quellen“ konstruierte die Mittelbayerische Zeitung eine regelrechte Kampagne, in der gar von einem „Angriff auf die Pressefreiheit“ die Rede war. Kittel ist neben seinem Hauptberuf als Veranstalter nämlich noch Herausgeber der Stadtzeitung, in der schon mal auf die Koalition eingeprügelt wird, während seine Anzeigenkunden eine äußerst wohlwollende Berichterstattung erfahren. Dankbar aufgegriffen wurde dies unter anderem vom Fraktionschef der Freien Wähler, Ludwig Artinger, der sich in der Stadtzeitung gleichfalls nicht über mangelndes Lob beklagen kann.Berichte aus der Zukunft: Online schrieb die MZ über eine Stadtratssitzung, die erst drei Stunden später stattfand.