Mit dem „Bluthund“ in die Schlacht
Eitel Sonnenschein: Die CSU darf endlich ihre Schlegl-Plakate auspacken. Fotos: Günther Staudinger
Das Ziel: Wolbergs auf die Landebahn
Es ist nicht unbedingt eine Sternstunde Schleglscher Rhetorik, die da schlägt, aber um seinen Gegenkandidaten Christian Janele auszustechen reicht es allemal. Von „Ehre“ und „Freude“ ist immer wieder die Rede und von der „gewaltigen Kraft“, die er – Schlegl – im Rücken hat, seit ihm bei der Mitgliederbefragung 89 Prozent der CSU-Basis bescheinigt haben, der Wunschkandidat zu sein.Gefiel sich in großer Geste: Christian Schlegl. Foto: Günther Staudinger
„Der kann es.“
Selbst Oberbürgermeister Hans Schaidinger, den man in diesen Jahren bei Parteiveranstaltungen kaum noch am Rednerpult gesehen hat, ergreift am Donnerstag seit langem mal wieder das Wort und hält ein kämpferisches – mit Formel 1-Metaphern gespicktes – Plädoyer für Schlegl. Andere Parteien hätten ihre Kandidaten schon. „Welche die lächeln, welche, die sich zurückhalten, mit viel, wenn nicht mit allem. Welche, die einen Aufbruch vorspiegeln, ohne zu sagen, was das ist. Aber es gibt nur einen Kandidaten, von dem ich sage: Der kann es.“ Applaus. Bravo-Rufe.“Heute nominieren wir den Fahrer und bestimmen wie stark der Motor ist.” Hans Schaidinger hielt ein leidenschaftliches Schlegl-Plädoyer.
Die Stunde der Spielverderber
Natürlich gibt es noch ein paar Spielverderber. Rudolf Schmitzer, CSU-Delegierter, stellvertretender Vorsitzender im Ortsverein Burgweinting und kürzlich in den Vorstand der CSU-Abspaltung CSB gewählt, schlägt den Immobilienunternehmer Christian Janele vor. Wahl, so Schmitzer, stamme nämlich von Auswählen. Und Janele werde außerhalb der Partei einfach als glaubwürdig wahrgenommen.“Wahl kommt von Auswählen.” Rudolf Schmitzer.
„Schlegl soll Ingenieur bleiben“
„Roooot steht für Stillstand. Schwaaarz für Wachstum“, ruft Janele in den Raum, benennt sein Schwerpunkte – „Wirtschaftspolitik („Ich setze auf weiteres Wachstum“), Umweltpolitik, Wohnraumpolitik und Familienpolitik“. Janele erklärt, dass Regensburg die besten Fachkräfte, vor allem gute Ingenieure brauche. Und da sei es doch gleich am Besten, wenn ein Ingenieur, der Christian Schlegl, seinen Job behalte, und er, Christian Janele, Oberbürgermeister werde.“Unsere CSU.” Neumitglied Christian Janele konnte nur 15 Mitglieder überzeugen.
„Mitgliederbefragung war undemokratisch“
Bei der anschließenden Aussprache schlägt dann die Stunde von André Schreiber. Er war mal Justitiar der CSU und hat im Auftrag von Franz Rieger versucht, drei Mitglieder der anderen – Schlegl und Schaidinger treuen CSU-Abspaltung „Bürger für Regensburg“ aus der Partei ausschließen zu lassen. Heute ist Schreiber Vorsitzender der CSB und erzählt den Delegierten, dass das Mitgliedervotum für Schlegl nicht demokratisch zustande gekommen sei. Ja, „mit Füßen getreten worden“ sei sie, die Demokratie. Janele habe sich nicht einmal vorstellen dürfen. Pfiffe. Buh-Rufe.Das letzte Aufbäumen der Schlegl-Gegner? André Schreiber war der einzige, der sich zu Wort meldete. Er ist Vorsitzender der CSB.
Neue Verteidiger melden sich zu Wort
Das kann selbstverständlich nicht unwidersprochen bleiben. Und dass es just Tobias Fritz, Vorsitzender der Altstadt-CSU, und Tobias Grosse-Brockhoff von der JU sind, die sich nun für Schlegl und gegen Schreiber in die Bresche werfen, kann einen nur verwundern. Früher wandten sich beide teils brüllend gegen Schlegl, Schaidinger und seine Anhänger, heute mahnt man Schreiber, doch bitte „die Veranstaltung nicht zu stören“ und sich „so ungehörig“ zu verhalten. Man müsse schließlich Mehrheiten akzeptieren. Und ihm, Schreiber, fehle es ebenso an „politischer Legitimation wie Integrität“. Beifall. Dann schweigen die Janele-Befürworter.„Jagdhund, Bluthund, kampferprobt“
Es tritt noch Alexandra Glufke-Böhm, Vorsitzende im Ortsverein Harting und designierte Pressesprecherin des Wahlkampfteams, ans Rednerpult, die – bekannt für eigenwillige Metaphern – Schlegl zum „guten Jagdhund“, zum „Bluthund“ gar erklärt, der so „kampferprobt“ sei, dass man mit ihm und nur mit ihm „in die Schlacht“ gegen Joachim Wolbergs ziehen könne. Bloß a Hund sei glangt eben nicht.Der erste Gratulant: Schaidinger drängt sich zu Christian Schlegl und dessen Frau Stephanie.
Vom Kampfjet zur Friedenstaube: Franz Rieger.