Vampire, Slasher und ein Kinderfilm – am 10. April startet in Regensburg das 12. Hard:Line Film Fest
Ab Donnerstag kommender Woche wird das Ostentorkino zur Pilgerstätte für Fans des extremen Kinos. Dann beginnt das 12. Hard:Line Film Festival – mit jeder Menge Premieren, internationalen Gästen, Konzert und Partys. Fast alle Tickets sind schon weg. Wir haben uns mit Gründer und Cheforganisator Florian Scheuerer unterhalten.

Spiritus Rector des Hard:Line: Florian Scheuerer. Foto: Dominic Raith
13 Langfilme und 17 Kurzfilme werden dieses Jahr beim Hard:Line-Festival gezeigt (hier geht’s zur Festival-Seite). Zudem präsentiert ihr drei Virtual Reality-Filme mit 360-Grad-Optik. Wie viele Filme habt ihr gesichtet, um diese Auswahl zu treffen?
Unser Sichtungsteam hat sich durch 170 Langfilme und etwa 300 Kurzfilme gearbeitet und sie bewertet. Filmemacher sollten das besser nicht sehen, denn die Bewertungen können manchmal vernichtend sein. Wenn ein Film kacke ist, steht das auch so da.
Hast du ein paar Empfehlungen?
Puh, das ist schwierig. Ich habe ja jeden Film selbst ausgesucht, der hier läuft. Der kommerziellste Film des Festivals ist definitiv „Devils“, eine koreanische Hochglanzproduktion, die mit einigen Twists aufwartet und extrem blutig ist. Deshalb hat er sich 2023 in Deutschland nicht verkauft und feiert hier seine Deutschlandpremiere. Niemand hatte ihn auf dem Schirm. Darüber kann man nur den Kopf schütteln, wenn man sieht, was der Film kann.
Der verstörendste Film des Festivals ist wahrscheinlich „Abruptio“. Es handelt sich um einen Puppenfilm, bei dem echte Schauspieler Gummimasken tragen. Das sieht unglaublich seltsam aus und wird extrem brutal. In einem realen Dreh wäre das technisch gar nicht möglich, aber als Puppenfilm funktioniert es.
Für manche ist dieser Film ein Meisterwerk, andere werden dankend abwinken. Er ist als Geschenk für die Dauerkartenbesitzer der erste Film am Freitag – etwas Besonderes, das man sonst nicht zu Gesicht bekommt.
Uns geht es immer darum, eine Bandbreite darzustellen. Die Aufgabe des Festivals ist es, zu zeigen, was sich seit dem letzten Mal getan hat. Es gibt verschiedene Segmente, und nichts ist langweiliger als ein Festival, das sich selbst wiederholt und immer denselben Fokus hat.
Unser einziger Fokus ist die Regie – das Director’s Spotlight. Stars sind uns egal. Es geht darum, dass die Regie gut ist, dass etwas mit Sinn und Verstand umgesetzt wird, dass Filme nicht um des Filmes Willen gemacht werden, sondern dass ein Regisseur oder eine Regisseurin Ambitionen hat, eine Vision und etwas Besonderes erzählen will.
Und was hat sich so getan?
Es gibt eine starke Tendenz zur Entschleunigung. Die Filme werden langsamer. Das haben wir letztes Jahr schon festgestellt. Ich glaube, das ist eine Gegenbewegung zum Binge-Watching, bei dem man bei Streamingdiensten alles schnell durchschaut. Bei den Filmen besinnt man sich stattdessen wieder auf die Stärke, intensiver zu erzählen – und wenn man auf die Kacke haut, dann pointiert und richtig.
Eine andere Bewegung der letzten Jahre ist eine starke Neigung zum Folk Horror.
Was meinst du damit genau?
Das sind Filme, die sich auf die jeweiligen historischen oder mythologischen Aspekte einer Kultur beziehen. Wir haben mit „Fréwaka“ einen Folk Horror-Film, der mit der irischen Mythologie und Göttergeschichten spielt. „The Moor“ aus Großbritannien beschäftigt sich mit Druidenkram und ähnlichen Themen. Solche Filme stellen die kulturellen Besonderheiten der Vergangenheit heraus, die ins Jetzt einbrechen und sich in Horror entladen. Dieses Jahr häuft sich das, vielleicht aufgrund einer Re-Regionalisierung.
Euer Director’s Spotlight richtet ihr dieses Jahr auf den türkischen Regisseur Can Evrenol. Warum habt ihr ihn ausgewählt?
Can Evrenol hatte 2015 mit „Baskin“ einen Riesenerfolg, der international einschlug wie eine Bombe. Dramaturgisch erinnert er an „Hellraiser“ – eine Höllengeschichte, die alles andere als angenehm ist. Evrenol wurde lange als Regisseur für ein mögliches „Hellraiser“-Reboot gehandelt, aber darauf hatte er keinen Bock.
Er drehte dann „Housewife“, einen Film, der etwas unterging, wahrscheinlich weil nach „Baskin“ alle etwas anderes erwartet hatten. Das ist ein Problem mit der Erwartungshaltung der Zuschauer. Sie hatten nicht auf dem Schirm, was er vorher an Kurzfilmen gemacht hatte.
Evrenols nächster Film war dann tatsächlich ein Kinderfilm. „A Girl with no Mouth“ zeigen wir auch beim Festival. Es ist ein postapokalyptischer Film über Kinder, die nach dem Fallout geboren wurden und keine Gliedmaßen, Ohren oder eben keinen Mund haben. Sie finden sich zusammen und stolpern wie die Goonies durch den Plot.
Als ich den damals sah, fand ich es super, dass der „Baskin“-Regisseur so etwas macht. Dass er komplett die Richtung ändert und damit zeigt, wie variabel er ist. Das ist viel interessanter als jemand, der ständig das Gleiche macht.
Sein letzter Film war „Sayara“, ein Rachefilm über eine turkmenische Einwanderin in der Türkei, die in einen Macho-Klüngel gerät und irgendwann durchdreht. Das ist super intensives Kino und wieder etwas komplett anderes als alles, was er vorher gemacht hat. Diese Richtungswechsel bei Evrenol finde ich so spannend. Deshalb wollte ich ihn dieses Jahr haben.
„Girl with no Mouth“ läuft als Deutschlandpremiere, obwohl er schon 2019 herauskam. Die internationalen Festivals haben sich damals darauf gestürzt. In Deutschland blieb er liegen, weil alle sagten: Wer will denn einen Kinderfilm vom „Baskin“-Regisseur sehen? Völlig verrückt. Typisch deutsch. Dabei hat der Kerl einfach etwas zu sagen.
In der Türkei stelle ich es mir schwierig vor, solche Filme zu machen und dort in die Kinos zu bekommen.
Filme machen in der Türkei ist etwas anderes als bei uns. Evrenols Sicht der Dinge ist aus türkischer Perspektive unglaublich progressiv und feministisch. Er dekonstruiert Machismus. Dass das nach unseren Standards vielleicht nicht ganz so feministisch ist, wie es jetzt gerade gewollt ist, ist ein anderes Ding. Aber das muss man im Kontext sehen. Und da ist Evrenol ein Filmemacher, der viel bewegen will. Es ist mutig, was er tut. Allein schon, wenn man sieht, was jetzt gerade in der Türkei passiert.
Wie kommt das in der Türkei an?
Evrenol sagt, er hat dort keine Chance mit seinen Filmen. Bei „Sayara“ ist er ein super-politischer Filmemacher. Es geht um turkmenische Auswanderer bzw. Vertriebene, die in der Türkei Menschen dritter Klasse sind. Darüber wissen wir hier nichts. Doch darum geht es in dem Film. Der schlägt dir das mitten ins Gesicht, sodass man sich fragen muss: Was will der Mann über die türkische Gesellschaft und die türkische Politik sagen?
Ohne Kontext hätte ich „Sayara“ nicht zeigen wollen, weil es dann nicht eingebettet werden kann, warum der Film so brutal ist. Wenn Evrenol aber da ist und man mit ihm darüber reden kann, ist das ein Goldstück. Das wird eines der spannendsten Spotlights, die wir je gehabt haben.
Ist Genrekino per se politisch?
Auf jeden Fall. Es findet Gewalt gegen Menschen statt, aber eingebettet in einer bestimmten Kultur, Zeit oder sozialen Schicht. Wenn in einem koreanischen Film die rohe Gewalt einfach dazugehört, sagt das auch etwas über das Erziehungssystem in Korea aus. Dort gehört Gewalt zur Tagesordnung. Das muss man mit einpreisen.
Ein Folk Horror-Film referenziert immer darauf, wie es damals war und wie es heute ist. Böse Kräfte, was ist böse, was ist gut. Das spielt da immer mit rein. Ich glaube, es gibt keinen Genrefilm ohne politische Dimension. Manchmal deutlicher, manchmal weniger deutlich.
In „A Violent Nature“, den wir letztes Jahr gezeigt haben, wird die Gewalt aus der Perspektive des Slashers gezeigt. Im Prinzip ist das ein Vertreter der Gamification. Das ist stark an die Computerästhetik eines Ego-Shooters angelehnt. Der Protagonist schlachtet sich durch, geht von A nach B, haut wieder drauf und geht weiter, bis er alle erledigt hat. Damit bringt er den Zuschauer in die Position eines Spielers.
Vor diesem Hintergrund ist der Film politisch, auch wenn er kein dezidiert politisches Thema hat. Er triggert ein gewisses Problem, das wir in unserer Gesellschaft haben.
Politisch geworden bist du auch im Editorial zu eurem Festivalprogramm. Du warnst vor dem derzeitigen Rechtsruck und den Gefahren für den Kulturbetrieb. Außerdem schreibst du: „Wir werden immer für Humanismus einstehen und uns gegen einen faschistisch ideologischen Kanon stellen. Völkisch geht nicht, wenn man das Unmenschliche anprangert.“ Was ist der aktuelle Anlass?
Das sind zwei Dinge. Zum einen weiß man seit der Bundestagswahl, dass 20 Prozent der Menschen in Bayern Vollarschlöcher sind, in manchen Gebieten sind es mehr als 30 Prozent. Zweitens sind wir ziemlich gewachsen. Je mehr Leute auf engem Raum zusammenkommen, desto eher passiert etwas, was unerwünscht ist. Extreme Kunstformen ziehen auch extreme Leute an und da muss man die Grenzen abstecken, wer willkommen ist und wer nicht. Nazis sind bei uns nicht willkommen, welcher Art auch immer.
Uns ist es bisher gelungen, ein Safe Space für all jene zu sein, die das wollen. Verhältst du dich wie ein Vollasi oder ein AfD-Spacko, dann hast du in der Gesellschaft nichts verloren. Bisher ist nie etwas passiert, aber ich will schneller sein als der Fall.
Das andere, das du ansprichst, ist die Förderung. Siehst du die Gefahr, dass Fördergelder gestrichen werden, wenn Rechtsextreme oder Rechtskonservative mehr zu sagen haben?
Viele betrauern, dass sich die Kulturlandschaft und Förderstrukturen verändern, wenn Rechte mehr zu sagen haben. Das kriege ich von anderen Festivals auch mit. Natürlich haben wir vor so etwas Angst. Ohne Förderung wäre das Festival trotz treuer Sponsoren nicht machbar. Wir kommen jetzt schon auf dem Zahnfleisch daher.
Wie sieht es bei euch mit öffentlicher Förderung aus?
Wir werden wieder von der Stadt Regensburg gefördert. Die hat stufenweise aufgestockt, von 12.000 auf 25.000 Euro. Das reicht zwar immer noch nicht, hat aber den Vorteil, dass damit auch die Förderung des FFF Bayern steigt, die daran gekoppelt ist.
Über kurz oder lang müssen wir aber schauen, dass wir mehr Geld ranbekommen. Bei unserem Kernteam arbeiten ich und Magdalena Würfel auf 500-Euro-Basis, Dominic Raith macht das ehrenamtlich. Alle anderen außen rum bekommen auch nur eine Ehrenamtspauschale. Wenn du aber Leute haben willst, die das nicht nur aus Spaß machen, musst du die auch bezahlen.
Ihr habt nach drei Jahren Ebbe heuer auch wieder deutsche Filme im Programm. Der Langfilm „The Behemoth“ feiert Weltpremiere, es laufen die beiden Kurzfilme „Cosmic Crash“ und „Naims Esel“ und der Virtual Reality-Film „Strands of Mind“. Außerdem gibt es eine Podiumsdiskussion zum Stand des deutschen Genrefilms. Wo steht der denn?
Auf der Kippe. Im Kurzfilmsegment, wenn die Hochschulen dahinter stehen, ist alles gut. Aber wenn es um Produktionen geht, die sich selbst finanzieren müssen, wird es schwierig. Du bist in Deutschland abhängig. Es gibt kein Produktionsinvestmentsystem wie beispielsweise in den USA, wo private Geldgeber und Firmen ihre Kohle reinstecken.
Bei uns hängt es häufig von den TV-Anstalten ab – und für die ist Genrekino ein rotes Tuch. Sie kaufen zwar Filme, wenn die mal draußen sind – wenn es amerikanisch ist und erfolgversprechend. Dafür wird ein Haufen Geld ausgegeben, aber sie investieren nicht selbst in deutsche Produktionen. Ganz ähnlich ist es bei den Förderstellen.
Der zehnte Til Schweiger-Film wird zugeschüttet mit Geld, während ein kleiner Genrefilm nicht einmal 10.000 Euro Zuschuss bekommt.
Über welches Budget reden wir denn bei solchen Produktionen?
Wenn man in Deutschland von Genrefilmen spricht, geht es meistens um ein Budget von bis zu 500.000 Euro. Nach internationalen Standards ist das ein No-Budget-Film. Low-Budget beginnt bei zwei Millionen. Wie soll man da international konkurrenzfähig sein? Das ist ein Witz, das muss man mal wieder auf den Tisch bringen, damit es nicht in Vergessenheit gerät. Auf der anderen Seite gibt es deutsche Genrefilme, die durch die Decke gehen. Die werden dann von Netflix produziert und sind für ein Festival weg.
Mit Horror wird aber auch richtig Geld verdient. Der Slasher „Terrifier 3“ hat sich in den USA am Startwochenende gegen einen Blockbuster wie den neuen „Joker“-Film durchgesetzt und war auch in Deutschland ein Kinohit. Ist das nicht ein gutes Zeichen? Ändert sich das auch in Deutschland etwas an der Wahrnehmung des Genres?
Diese Tendenz zum Mainstream-Horror gibt es schon eine Weile. Da gibt es „Smile“ und „Smile 2“, die „Terrifier“-Reihe oder „Hundreds of Beavers“, der bei uns im Andreasstadel zwei Wochen lang ausverkauft war. Jeder Kinobetreiber eines Mainstream-Kinos wird dir sagen, dass mit solchen Filmen das Geld verdient wird. Da sind die Gewinnmargen am höchsten.
An uns geht das vorbei. Das läuft in den Multiplex-Kinos. Und an der Wahrnehmung des Genres in Deutschland ändert das nichts, glaube ich.
Warum?
Das ist eine Generationensache. Das stelle ich manchmal auch bei unserem Publikum fest. Wenn jemand mal Ü40 ist, hörst du oft Sachen wie: „Früher habe ich das auch angeschaut.“ Das wird dann plötzlich zu so einer Jugendsünde, wie wenn man früher beim Saufen auf Partys war. Aber jetzt ist man gediegen und macht so einen Schmarrn nicht mehr. Da ist man zu reif dafür. Das ist so eine deutsche Eigenheit.
In den Multiplex-Kinos hat dieser Mainstream-Horror auch eher Event-Charakter, im Sinne einer Mutprobe. Und das sind vor allem auch junge Leute.
Solche Filme wären dann nichts fürs Hard:Line?
„Hundreds of Beavers“ habe ich 2022 als Weltpremiere angeboten bekommen, aber dankend abgelehnt. Da hatten wir auch noch keinen Trash-Slot. In dem hätte der vielleicht laufen können, ebenso wie der erste „Terrifier“. Im Trash-Slot zeigen wir heuer übrigens „Vampire Zombies from Space“. Eine Schwarz-Weiß-Hommage an das amerikanische Kino der 50er Jahre. Unglaublich brutal und ziemlich bescheuert.
Generell geht es bei uns nicht darum, Filme zu zeigen, die nächste Woche im Kino laufen oder in zwei Wochen auf DVD rauskommen. Wir zeigen Filme, die erst einen Verleih brauchen oder ein bisschen Anschubhilfe, oder solche, die von einem Regisseur stammen, der mal bei uns war und wir zeigen wollen, wie weit der gekommen ist. Wir versuchen einfach, stärker an der Basis zu arbeiten.
Wie weit reicht da euer Einfluss? Wie muss man das Hard:Line national und international einordnen?
Unter den Genre-Festivals in Deutschland sind wir das zweitgrößte nach dem Fantasy Filmfest. Aber das findet auch in sieben Städten statt, drei Mal im Jahr. Die sind größer – und wichtiger für den Markt. Da werden Verträge erfüllt.
Wir haben mehr eine marktöffnende Funktion. Da ist die Größe, die wir mit unseren gut 2.000 Zuschauern erreicht haben, ziemlich gut. Andere Festivals in Deutschland wie das Weird Weekender und das Shivers kommen immer zu uns und schauen nach Filmen für ihr Programm. Die sagen, wir sind Role Model und der Goldstandard in Deutschland. Das ist ein großes Lob, aber im internationalen Vergleich sind wir nichts. Die anderen Festivals sind alle größer – und die lachen uns aus, wenn sie unser Budget sehen.
Aber immerhin seid ihr das einzige deutsche Festival, das Mitglied bei der Méliès International Festivals Federation, dem weltweit größten Festivalverband zur Förderung des fantastischen Films.
Ja. Aber wenn wir da zusammenkommen, sitzen Festivals mit am Tisch, die 200.000 Besucher haben. Da geht es um Millionen. Die haben Teams von 300 Leuten. Unser Kernteam besteht aus drei Leuten. Das ist einfach eine andere Hausnummer. Aber natürlich zeigt die Mitgliedschaft dort, dass wir als Festival relevant geworden sind, auch wenn wir nur drei Prozent der Zuschauer bei allen Méliès-Festivals ausmachen.
Inwiefern?
Dieses Netzwerk ist eine Bombe, weil du Dinge viel früher mitkriegst als andere. Wir fahren schon seit Jahren zum Festival nach Cannes, um Filme zu sichten. Aber seit zwei Jahren gibt es dort den Fantastic Pavilion. Das ist der heiße Scheiß, gerade in Cannes. Dort sind nur die fantastischen Verleiher, also Genrefilmverleiher und Weltvertriebe, die sich da reinbuchen, ihre Sitzungen halten und versuchen, ihre Filme zu verkaufen. Da steppt jeden Tag der Bär, da knallen die Sektkorken hinten, weil das Geld gemacht wird.
Der Hard:Line-Oscar ist weiblich: die Razor Blades. Foto: Lilly Peithner
Einer der Sponsoren dieses Pavillons sind auch wir. Da steht ganz groß unser Logo drauf. Unser Award für den Kurzfilm-Wettbewerb ist dort ausgestellt und so weiter. Da kommen wir als Méliès-Mitglied mit rein. Damit sparen wir uns die Werbung für Einreichungen, weil die Filmemacher von selbst zu uns kommen. Die sehen: wir sind relevant. Und wenn sie in Deutschland einen Film einreichen, dann bei uns. Wir sind zwar das kleinste Festival im Verband, aber im Grunde agieren wir miteinander alle auf Augenhöhe.
Du hast vorhin davon gesprochen, dass ihr gewachsen seid. Ist dieses Wachstum nicht begrenzt?
Wir müssen und werden das Festival wieder auf fünf Tage ausbauen. Die Reduktion auf vier Tage war wegen Corona. Dann haben wir das beibehalten, um uns wieder aufzubauen, damit wir nochmal durchstarten können. Die Auflage der Méliès-Federation sind eigentlich mindestens fünf Tage. Das machen wir im nächsten Jahr auch wieder.
Es werden dann nicht unbedingt mehr Filme laufen, aber es verteilt sich anders. Das Kernfestival von vier Tagen im Ostentor wird bleiben. Das ist die ideale Location mit Kneipe und Biergarten und dem Flair hier. Das passt zu uns. Aber jeder Film wird dann zwei Mal laufen, in einer Art Nachspielwoche im Andreasstadel oder so etwas in der Art.
Disclaimer: regensburg-digital ist in diesem Jahr Medienpartner des Hard:Line Film Fests.
Trackback von deiner Website.
Manfred van Hove
| #
Es soll ja Zeiten gegeben haben, in denen die Qualität eines Films daran gemessen wurde, ob er per Eintrittspreise seine Kosten wieder eingespielt hat und damit ein breites Interesse erkennen liess. Man hat jedoch zunehmend den Eindruck, dass sich mit Filmförderung, also mit Steuergeld, eine kleine selbsternannte Elite eine exklusive Blase geschaffen hat, die sich immer selbst feiert. Ohne öffentiche Filmförderung wurden die Macher endlich gezwungen, Filme zu produzieren, die auch in der Breite beim Publikum ankommen.
Bert
| #
@Hove
Ach ja? Was waren das denn für Zeiten? Was sind das für Filme? Welche Elite meinen Sie? Das ist, mit Verlaub, dummes, kenntnisfreies und vorurteilsbeladenes Gequatsche. Sie haben den Text offensichtlich nicht gelesen oder nicht verstanden. Wen man Ihre Maßstäbe an Kultur und Kulturförderung anlegen würde, gäbe es kein Kino, kein Theater und nichts abseits des Mainstreams. Sie dürfen sich ja mit Rosamunde Pilcher, Marvel und dergleichen zufriedengeben. Aber erwarten Sie das nicht von anderen.
KW
| #
Die Kommentare von Herrn MvH irritieren mich auch zusehends. Obwohl er doch aufgrund seiner Vita die schlimmsten Auswüchse konservativer Kreise am eigenen Leib verspüren musste, ist er offensichtlich trotzdem mit seiner Denke so tief im Hardcore-Konservativen Lager verwurzelt, dass er alles was irgendwie von diesem Mainstream abweicht, fast schon aus Pawlowschem Reflex heraus, abwerten muss.
Die Qualität eines Filmes am eingespielten Ergebnis zu messen ist so absurd, als würde man Massentierhaltung gutheissen, weil dadurch viel Fleisch für viele Konsumenten produziert wird.
Manfred van Hove
| #
@ kw @ Bert
Warum sollte man eine Filmproduktion anders behandeln als die Literatur. Niemand käme auf die Idee, die Buchproduktion mit Steuergeldern zu bezahlen. Das bezahlt jeder Verlag selbst. Und gute Literatur verkauft sich kostendeckend. Was hat das mit konservativ zu tun ? Oper und Theater ist eine gnaz andere Hausnummer, die Steuergeld verdient.
Etwas zu hinterfragen ist nicht konservativ, sondern Realismus.
Ich kannte noch Fassbender persönlich und war mit Hanna Schygula eng befreundet in meiner Schulzeit. Das war noch Qualität, die ich heute kaum noch erkennen kann. Auch international ist der deutsche Film kein Thema mehr. Etwas Selbstkritik täte der Branche gut.
Bert
| #
Da steht also in einem Text, dass deutsche Genrefilme so gut wie keine Förderung bekommen. Herrn van Hove interessiert das aber nicht. Er schwadroniert davon, dass irgendeine ominöse Elite Steuergelder bekäme. Hat zwar nix mit den Fakten oder dem Text zu tun, der sich ausdrücklich damit befasst, wohin das Geld fließt (u.a. erfolgreiche US-Produktionen, die keiner Förderung bedürfen), aber einfach mal was absondern. Das ist nicht realistisch, sondern vorurteilsbeladenes Gequatsche.
Stefan Aigner
| #
Es wäre schön, wenn sich irgendwann auch ein Kommentar mit dem Inhalt des Interviews befassen würde und nicht mit den Ansichten von Herrn van Hove.