Entdecke Veranstaltungen in Regensburg Alle Kultur Oekologie Soziales Kino

Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus für Regensburg!

Hallo. Schön, dass Sie hier lesen oder kommentieren. Fast noch mehr freuen würden wir uns, wenn Sie die Arbeit von regensburg-digital mit einem kleinen (gern auch größerem) Beitrag unterstützen. Wir finanzieren uns nämlich nur zu etwa einem Drittel über Werbeanzeigen. Und für die gibt es bei uns auch ausdrücklich keine zusätzliche Gegenleistung, etwa in Form von PR-Artikeln oder Native Advertising.

Mehr als zwei Drittel unseres Budgets stammt aus Spenden – regelmäßige Beiträge von etwa 300 Mitgliedern im Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.

Anders ausgedrückt: Wir bauen auf Sie – mündige Leserinnen und Leser, die uns freiwillig unterstützen. Seien Sie dabei – mit einem einmaligen oder regelmäßigen Beitrag. Herzlichen Dank.

Spenden Sie mit
Bausünde

Kaufhof Regensburg unter Denkmalschutz? „Das wäre ein Witz“, sagt Egon Greipl.

Der frühere Generalkonservator und Regensburger Kulturreferent ist gegen Bestrebungen, das Kaufhof-Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Einst wurden dem Gebäude etliche denkmalgeschütze Häuser geopfert.

Denkmalschutz? Das hat der Kaufhof nicht verdient, meint Egon Greipl. Fotos: BLfD/Archiv

Von Dirk Walter

WERBUNG

Noch immer ist offen, wie es mit der 2024 geschlossenen Regensburger Kaufhof-Immobilie weitergeht. Ob es nun ein islamisches Kulturkaufhaus wird, wie ominöse Investoren sagen, ob sich die Stadt zu einem Gegenentwurf aufrafft, oder ob es einfach eine Bauruine inmitten der Altstadt bleibt – alles scheint möglich. Womöglich wird das Gebäude sogar unter Denkmalschutz gestellt. Das Landesamt für Denkmalpflege prüft das.

Der ehemalige Generalkonservator Egon Johannes Greipl (76), früherer Kulturreferent von Regensburg und bis zur Pensionierung Bayerns oberster Denkmalschützer, ist entsetzt. „Das brutale 08/15-Kaufhaus in Regensburg stieß schon beim Bau auf lauten Protest“, schreibt er in einer Stellungnahme für unsere Zeitung. Ein Denkmal sei das Gebäude aber nie und nimmer.

Kaufhaus Schocken wurde zwangsweise arisiert

Tatsächlich hat die Immobilie eine lange Geschichte, an die Greipl erinnert. Er kennt das Haus noch aus den 1960er-Jahren. „Wer damals aus seinem oberpfälzischen Dorf in d‘ Stod fuhr, sprach meist davon, was er von Schoggn einkaufen wolle.“ Schoggn – damit war Schocken gemeint: Der jüdische Kaufhausunternehmer hatte 1920 mitten in Regensburg das erste große Warenhaus eröffnet. 1938 wurde Schocken zwangsweise enteignet – arisiert –, und aus Schocken wurde das Kaufhaus Merkur.

So hieß es auch noch nach dem Krieg – bis dann der sogenannte Kaufhauskönig Helmut Horten kam. Er kaufte sich in der Nachbarschaft des kleinen Kaufhauses ein ganzes Straßenkarree zusammen. Etliche historisch bedeutende Gebäude wurden kurzerhand abgerissen. Von der Alten Wache, einem klassizistischen Bau aus dem 18. Jahrhundert, blieb nur die Fassade – die es bis heute, verschandelt mit Graffitis und Plakaten, gibt.

Alte Wache: „Der Lendenschurz, der vor der Scham der Denkmalpflege hängt.“

„Sie ist der Lendenschurz, der vor der Scham der Denkmalpflege hängt“, spottet Greipl. Er erinnert daran, dass der Abriss just in die Diskussionsphase um das erste bayerische Denkmalschutzgesetz fiel, das 1973 endlich verabschiedet wurde. Das Wüten des Kaufhauskönigs in Regensburg „wirkte wie ein Brandbeschleuniger für das überfällige Gesetz“, sagt Greipl heute.

Dass dem Kaufhaus aber die bundesweit gebräuchliche Einheitsfassade verpasst wurde, ist wohl eine unverzeihliche Bausünde. Die sogenannte Horten-Kachel, entworfen von den Architekten Helmut Rhode und Egon Eiermann, hat sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Denkmalschutz habe die nicht verdient, meint Greipl. Es wäre ja ein Witz, wenn ein Haus, dem einst etliche denkmalwürdige Gebäude geopfert wurden, jetzt seinerseits Denkmalschutz bekomme.

Er erinnert aber daran, dass das ganze Areal mit Sensibilität zu betrachten sei. Am Neupfarrplatz wohnten einst die Regensburger Juden, bis sie vertrieben und die Synagoge 1519 abgebrochen wurde. Heute erinnert, nach langer Diskussion mit der jüdischen Gemeinde, das eindrucksvolle Bodenrelief des Künstlers Dani Karavan an die Geschichte der Vertreibung. Ein Grund mehr, bei der Neubelebung des angrenzenden Kaufhauses wachsam zu sein – vor allem wenn es sich um islamische Investoren handeln sollte, was in Regensburg aber niemand mehr glaubt.

SUPPORT

Ist dir unabhängiger Journalismus etwas wert?

Dann unterstütze unsere Arbeit!
Einmalig oder mit einer regelmäßigen Spende!

Per PayPal:
Per Ãœberweisung oder Dauerauftrag:

 

Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14 7509 0000 0000 0633 63
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (32)

  • Harry

    |

    Klar, man könnte mit erhöhtem Aufwand das Gebäude abreißen und die Gebäude, die man damals abgerissen hat, wieder neu aufbauen, ganz denkmalgerecht. Was man aber nicht vergessen sollte, ist, dass es bei Denkmalschutz nicht darum geht, die schönsten Gebäude zu erhalten, sondern die (und auch nicht alle davon), die für eine bestimmte Zeitepoche signifikant waren. Der Einbau der Fassade der Alten Wache dürfte ja in der Konstellation auch schon ziemlich einzigartig sein. Warum da Herr Greipl eine so eindeutige Meinung hat, kann ich nicht nachvollziehen.

    18
    28
  • corazondemelon

    |

    Da muss ich dem geschätzten Herrn Greipl aber entschieden widersprechen.
    Egon Eiermann war einer der größten deutschen Architekten in der Nachkriegszeit, man lese nach bei Wikipedia.
    Die hier etwas despekierlich als Horten Kachel bezeichnete Fassade wird anderswo als Eiermann Fassade durchaus als denkmalwürdig bewertet.
    Das Gebäude ist natürlich als Kind seiner Zeit zu sehen, aber nur weil für das Gebäude andere “denkmalwürdige Gebäude geopfert” wurden, heißt das noch lange nicht dass diese unwiderbringlichen Gebäude ausschließen, der nachfolgenden Architektur den Denkmalcharakter abzusprechen.
    Herr Greipl war halt schon immer ein Nostalgiker.

    23
    29
  • Regensburmese

    |

    Herr Dirk Walter möge mir bitte erklären, wie die jüdische Geschichte am Neupfarrplatz eine [erhöhte] (schließe ich aus „vor allem“) Wachsamkeit gegenüber Moslems (oder Kapitalisten?) bedingt (“islamische Investoren“).

    12
    9
  • growth mindset

    |

    Als Nutzung des Kaufhof-Areal am Neupfarrplatz würde sich auch wie im Mittelalter die Nutzung als Patrizierhäuser mit einem repräsentativen Patrizierturm des 21. Jahrhunderts, als Duftmarke zur Egosteigerung als städtische Wohnsitze des Adels, oder „Geldadels“ anbieten. Eine ergänzende gewerbliche und kommerzielle Nutzung, mit Abstimmung von zukünftigen Stadtentwicklungsvisionen der Stadt wäre denkbar.
    Es sollte sich doch irgendwo ein ehrenwerter Kosmopolit, der die europäischen Werte hochhält und nicht weiß, wie er seinen Reichtum sonst egoistisch „verräumen“ soll, finden lassen.
    Es wäre jedenfalls ehrenwerter, sein finanzielles Engagement mit gesellschaftlicher Verantwortung gegenüber der „Restbevölkerung“ zur Steigerung derer Lebensqualität zu praktizieren.
    Überteuerte leerstehende Luxusimmobilien in europäischen Metropolen, Luxusjachten, unausgelastete Urlaubschalets, als Geldanlage und intransparente Stiftungen in weltweiten Steueroasen, sind für dauerhaften sozialen Frieden, bei immer größer werdender Ungleichheit (Arm und Reich) nicht förderlich.
    „Bleibe im Land und nähre dich redlich.“ (Ps 37,5)

    5
    13
  • Weltkulturabererkennerin

    |

    Gratulation. Weg mit dem hässlichen Ding! Man stelle sich einfach nur mit einem offenen Auge davor und schaue sich das mal in Ruhe an. Wenn einem vorher im Leben wirklich gute Architektur begegnet ist, erkennt man gleich: DAS kann getrost abgerissen werden :-)) Also, Stadt Regensburg, kaufen, abreissen, entsorgen und dann endlich was Lebensfreundliches für die Stadt machen wie z.B.
    den Münchner Viktualienmarkt. Aber soweit kommt die Politik hier nie im Hirn :-)))))))))) Lieber schaut man jetzt jahrelanges Bröckeln an und bröckelt damit gemütlich weiter! Komisch, dass die Bürger irgendwann weg sind.

    27
    14
  • Huhn

    |

    Lieber corazondemelon! Als Huhn sag ich jetzt einfach mal, das ist gar nicht schlecht, wenn so schlecht umgesetzte Eiermann-Entwürfe abgerissen werden. Vielleicht auch gut für den Eiermann, der natürlich zu seiner Zeit zwischendrin auch Geld verdienen musste. Das hat er hier geschafft. Drum sollen wir uns das jetzt die nächsten Jahre anschauen statt was ganz Belustigenes, vielleicht viel Schöneres (was die Kommunalpolitik verhindert) oder Lebendigeres? Nur weil der Eiermann damals zwischendrin Geld verdienen musste? Einfach mal vor den Kaufhof stellen, rate ich Ihnen, und versuchen, sich vorzustellen, was da statt dessen FÜR DIESE STADT sein könnte. Vorwärts denken einfach :-)

    20
    4
  • YassHakim

    |

    Ich kann den Ausführungen von Herrn Greipl nur zustimmen.
    Ein Schulungszentrum, denkmalgerechte Stadtplanung wäre eine Idee…..so würde jeder Schulungsteilnehmer sehen, wie man es nicht machen sollte. Ein Abriss, bei den mit verbauten Materialien WHO-Fasern, PCB und und evtl. PAK wäre eine teure Sache. Die Zugangswege für Maschinen – und Abraumtransport eine weiterer Fakt, den es zu bedenken gilt.

    Fehler sind immer schnell gemacht….sie zu bereinigen oder erträglich zu machen, viel schwieriger.

    7
    8
  • tom lehner

    |

    @ corazondemelon

    eigentlich mag ich sie ja auch nicht, die Bedenkenträger und Konservativen. Per se ist das was der “Nostalgiker” da von sich gibt aber dann doch sehr (Voll-)treffend formuliert.
    „Sie ist der Lendenschurz, der vor der Scham der Denkmalpflege hängt“ . Damit bringt Herr Greipl es einfach auf den Punkt. Mehr muß nicht. Eine Bausünde nachträglich zum Denkmal zu machen ist einfach widersinnig. Das macht den Bau einfach nicht besser. Der Punkt geht klar an den ehemaligen Konservator.

    Ich weiß, unser einer der nicht wirklich Ahnung von Architektur hat trifft hier ein vorschnelles Urteil. Aber mal ganz ehrlich. Die Stimmen die hier vorschlagen sich einfach mal davorzustellen kommen doch nicht von ungefähr. Zudem ist dieser Vorschlag zur Meinungsbildung extrem günstig. Da brauchts keine Berater.
    Bei aller Liebe: Architektur kann auch anders. Gerne auch modern und trotzdem schön. Und ja, auch in einem Weltkulturerbe.

    14
    8
  • Johann

    |

    Jetzt bin ich extrem beruhigt, wenn Herr Greipl zu dieser Erkenntnis kommt. Abreissen muss man den Klotz ja auch nicht gleich. Deshalb schlage ich folgendes vor (was eigentlich von Jakob Friedl kommen könnte):
    Eine KOMPLETTbegrünung der Fassade. Nicht ein paar gschissene Hängegeranien, sondern komplett auf allen Seiten flächendeckend begrünt. Würde dem Klima auf diesem abgöttisch hässlichen Platz sehr gut tun. Nur kann man keinen künftigen Eigentümer dazu zwingen. Deshalb Fördergelder?

    13
    10
  • Daniela

    |

    @corazondemelon
    4. März 2025 um 19:10 | #

    Vorneweg, mir persönlich gefällt dieser Betonklotz auch nicht.

    Aber, da bin ich ganz bei Ihnen, Bauarchitektur unterliegt bestimmten Zeitgeschehen und ist, wenn man so möchte ‘Zeitzeuge der Architektur ‘.
    So ganz sicher bin ich mir nicht, aber das Kaufhof Gebäude könnte dem ” Brutalismus” unterliegen. Vorherrschend geometrische Formen aus Beton. Ähnlich/gleich dem Unigebäude. Ein Baustil, der von den 50igern bis in die 70iger Jahre genutzt wurde.

    Je nachdem, ob man das Gebäude für ‘umbaute Stellflächen’ oder zur ‘bewohnbaren Nutzung ‘ konzipierte, findet man mehr Stahl und Glasflächen.

    Das Gebäude verfügt nicht über die ‘berühmten’ Horten- Kacheln in der Vorderfront.

    Da die denkmalgeschützte Fassade der “Alten Wache” (Klassizismus) in das Gebäude integriert wurde, stelle ich mir den Abriss schon sehr kostenspielig vor, da dieser Teil sicherlich erhalten werden muss und wieder integriert werden muss.

    Die Frage, die sich mir eher stellen würde. In welchem Architekturstil man nun die Fassade der “Alten Wache” einbauen könnte.? Oder, ob man den Betonbau durch, bspw. Farbgebung, anpassen könnte.

    Aber das alles ist eine “Scheindisskussion” , ob, wie und wann und vorallem wofür, obliegt dem Eigentümer zu entscheiden und zu planen. Und das ist bekanntlich nicht die Stadt.

    4
    5
  • Daniela

    |

    @Johann
    5. März 2025 um 08:57 | #

    Ihren Vorschlag (der auch vom J.Friedl stammen könnte) könnte ich einiges abgewinnen. Wenn man dies aus dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit betrachtet. Das Abreißen des Gebäudes und ein Neubau wäre aus Umweltschutzsicht sehr emissionsbelastet. Das Gebäude nachhaltig begrünen, würde nicht nur das Klima begünstigen, es wäre vorallem eine echte Alternative zu Bäumen in Betonkübeln, die überall in der Stadt platziert werden, weil a) nicht im Boden pflanzbar(?) , wegen unterirdisch gelegten Leitungen und b) käme endlich mehr Grün in die Altstadt.
    Es wäre interessant eine 3D Animation dieses Vorschlags zu sehen. Vor allem, wie sich dieses Konzept in den Gesamtraum einfügen würde.

    5
    4
  • Wilfried Süß

    |

    Es sei einem Generalkonservator unbenommen, zurückzublicken, aber aus seiner heutigen Sicht zu urteilen. Wenn ich das vom Architekten Josef Wiedemann geplante Gebäudekonglomerat betrachte, drängt sich mir der Gedanke auf: „Viele Köche verderben den Brei“. Dabei zeigen dies Fotos noch deutlicher, als wenn man davorsteht. Den Bau prägen mehrere, heute nicht mehr nachvollziehbare Kompromisse. Bewusst oder gezwungenermaßen wurde zum Neupfarrplatz hin ein monolithisches Erscheinungsbild vermieden. Abgesehen vom wirklich beschämenden Umgang mit der Alten Wache, zitiert man einen Patrizierturm, führt einen teilverglasten Kasten ein und versucht durch Aufgliederung, die Gebäudemasse zu verharmlosen. Die dunklen, plump wirkenden Mansarddach-Verblechungen („Helme“) gehören als architektonisches Allheilmittel in die 70er, wie auch die (zwischenzeitlich modernisierte) Sparkasse zeigt. Befremdlich wirkt auf mich, dass der massive Körper scheinbar als Pfahlbau daherkommt (Fotos bei regennassem Pflaster lassen den Gedanken an herannahendes Hochwasser aufkommen. Bei all dem haben damals sicher mehrere Fachstellen und Experten, einschließlich Kulturamt, mitgemischt. Die Verwendung der „Horten-Kacheln“ als Ausfachung einer Natursteinfassade widerspricht der dem Entwurf zugrundeliegenden Idee von Helmut Rhode und Egon Eiermann eines unverwechselbaren Corporate Design für die Horten-Kaufhäuser. Nach meinen Recherchen besteht die „Kachel“ ursprünglich aus unverwüstlichem, aber trotzdem einfach recyclebarem Aluminiumguss und nicht aus Faserzement, wie in einem Fachbeitrag erwähnt. Ich könnte mir vorstellen, dass in Abwägung der Umstände ein Teilabriss und eine grundlegend neue, bis zum Boden reichende Fassade zu Neupfarr- und Kassiansplatz hin viel Positives für die Gesamtwirkung bringen könnte. Wir müssen abwarten, wer die zukunftstaugliche Ausrichtung dieses Projekts in die Hand nehmen will.

    5
    4
  • Christian

    |

    @ Johann
    Schon mal drüber nachgedacht was die Bewässerung der “komplett begrünten Fassade” kosten würde und welcher ethischer Konflikt damit verbunden ist wenn man hochwertiges wertvolles Trinkwasser zur Bewässerung der Grünfassade verschwendet?
    Eine Regenwassernutzung und Bevorratung ist technisch sehr raumgreifend teuer ich weiß nicht in welchem Umfang überhaupt realisierbar. So oder so wird das
    Immer wieder werden von Laien Dinge eingeworfen die nicht mal ansatzweise weiter- geschweige denn zu Ende gedacht sind. Bei dieser Fläche sprechen wir von Millionen Litern Trinkwasser. Dazu noch Düngemitteldosierung etc. Und das überschüssige Gießwasser müsste aufgefangen und in die Kanalisation geleitet werden.
    Wir leben in Zeiten in denen Trinkwasser im Sommer teilweise mit dem Tanklaster in Dörfer gefahren werden muss damit die Leute überhaupt welches haben.
    Eine Fassadenbegrünung wäre das Gegenteil von umweltschonend und sozial!
    Und in der Regel kommen solche Vorschläge von Personen die meinen etwas für die Umwelt und die Menschen zu tun.

    10
    8
  • thomas otto

    |

    kann es sein, dass mit der unterschutzstellung erhebliche staatliche gelder für renovierung etc verbunden sind?
    evtl zur aufhübschung der braut?

    1
    2
  • Monsieur Denkmal

    |

    Am besten diesen hässlichen Betonklotz abreissen, die vorher da gestandenen denkmal geschützten Altstadthäuser wieder rekonstruieren oder kleine Grünfläche mit Bäumen. An nix Anderes zur Nutzung denken!!!

    7
    3
  • Georg H. Meindl

    |

    Hand auf’s Herz: Der Bau ist und bleibt hässlich. Aber sollte er ersetzt werden, würde es langwierige Diskussion über das wie und ob geben. Rekonstruktion des ehemaligen Viertels? Die Kosten, und der Aufwand und wer kann dann dort leben!!! Oder eine moderne Interpretation, die dann auch niemals nie niemand gefallen würde?’

    Wichtiger wäre doch eine ordentliche Nutzung:
    – Regensburg bekommt eine Symphonie. Und dazu passende Proberäume.
    – Der Leere Beutel soll und muss verbessert werden: Filmgalerie mit all ihren Filmfestivals, das Museum, der Jazzclub könnten einziehen.
    – Ein paar Wohnungen könnten zu den Gassen hin auch entstehen.
    – Das Dach sollte für alle frei zugänglich gemacht werden.
    – Oben wäre auch noch Platz für Gastronomie.
    Es gibt eine Tiefgarage, Aufzüge für barrierefreien Betrieb. Herz, was willst Du mehr?

    7
    4
  • Wilfried Süß

    |

    @ Thomas Otto
    5. März 2025 um 14:16 | #
    Wenn die Burg unter Schutz gestellt würde, gäbe es keine staatlichen Gelder zum Aufhübschen, weil man dann ja den bestehenden (misslungenen) Original-Zustand auf Dauer bewahren wollte. Da hat Greipl recht – Denkmalschutz wäre eine unangebrachte Aufwertung.

    6
    0
  • Daniela

    |

    @Christian
    5. März 2025 um 12:37 | #

    Ich kann Ihre Vorbehalte bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen.

    Wenn eine Fassadenbegrünung angedacht werden würde, müsste man sich schon sehr ausgiebig mit der Planung beschäftigen.
    Es gibt verschiedene Varianten der Begrünung. Mit Solarpanellen, mit Grauwassernutzung, die Bepflanzung müsste sorgfältig ausgewählt werden, hinsichtlich Trockenheit, Nährstoffverbrauch und Sonneneinstrahlung. Vertikal oder Horizontal wachsende Pflanzen. Um nur einige Gesichtspunkte zu nennen.
    Förderung gibt es sicherlich auch. Bedenken hätte ich bei dieser Fläche eher wegen der Pflege und der ständig damit verbundenen Kosten. Aber, da müssen dann die Profis ran.

    @Georg H. Meindl
    5. März 2025 um 16:19 | #

    Auch eine Ãœberlegung wert, eine sozio- kulturelle Nutzung mit zu planen.

    Aber, momentan ist das alles nur Fantasie. Das Gebäude gehört nicht der Stadt.

    3
    3
  • joey

    |

    Nach BayDSchG Art. 1 kann das Gebäude sehr wohl unter Denkmalschutz gestellt werden. Die damaligen Gestalter sind anerkannte Künstler von hoher Bedeutung. Die Begründung Greipl ist rechtlich völlig unsachgemäß. Seine Äußerung zu “Sensibilität” ist nach heutiger Rechtslage zudem diskriminierend. Die heutige islamische Bevölkerung hier hat mit den Judenmördern von damals überhaupt gar nichts zu tun. Auch wenn Judenhaß nach meiner Erfahrung mit Regensbuger Muslimen durchaus häufig ist, darf man es nicht verallgemeinern. Das Denkmal- und Baurecht ist sicher kein Mittel gegen Judenhaß.

    Die Kiste finde ich auch häßlich. Wenn es eine Möglichkeit gibt, den Kasten abzureißen, sollte man die Gelegenheit nutzen, bevor noch jemand aus München kommt und das unter Schutz stellt. Ein Abriß kommt aber nicht, weil das Ding jemand gehört, der wohl bald vor Gericht geht und die hier getroffenen Satzungen und Bescheide kippt. Da kommt erst mal langer Leerstand.

    “Alles nur keinen Islam”? Ich bin gegen jede (!) Religion, die Frauen nicht völlig gleichstellt und in deren Namen öfters Gewalt und Terror vorkommt – aber das hier ist ein verlogener Eiertanz. Ich verteidige also nicht den Islam, sondern die Menschenrechte.

    7
    6
  • Manfred Martin

    |

    Eiermann war der Architekt von Horten und vor allem aber Designer von Möbel. Ich bin sicher, dass er nie in einem historischen wie nun mal der Neupfarrplatz ist, kaum eines seiner tollen Häuser im Stil des Brutalismus gestellt hat, weil solche Bauten einfach in einem solchen Umfeld stört.
    Ãœbrigens hat Frankfurt seine Fehler in der Altstadt teilweise korrigiert!
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Frankfurt-Altstadt

    3
    2
  • Manfred Martin

    |

    Wer übrigens Benko Ruinen besichtigen will, sollte mal mit dem Zug nach München fahren und vom Bahnhof bis zum Marienplatz gehen. Vom historischen Hertie Gebäude, über die Galeria Kaufhof am Stachus bis zum Highlight Alte Akademie und in der Rosenstraße gibt es einiges zu sehe. So kann dann das Horten Gebäude aussehen, wenn man in Regensburg nicht bald handelt!

    6
    1
  • Wilfried Süß

    |

    @ Manfred Martin
    6. März 2025 um 08:36 | #

    Prof. Egon Eiermann (1904-1970), ein deutscher Architekt, Möbeldesigner und Hochschullehrer, war einer der bedeutendsten Architekten der deutschen Nachkriegsmoderne. Er war Professor an der Architekturfakultät der TH Karlsruhe. Seine Projekte lassen sich leicht im Internet finden. Keines geht auch nur annähernd in die Richtung des Regensburger Kaufhaus-Gebäudes. Er hat m. E. nie für Horten gebaut. Lediglich die „Kachel“ zur einheitlichen Fassadengestaltung der Horten-Häuser, hat er als industrielles Element entwickelt. Da er bereits 1970 verstorben ist, konnte er das Regensburger Projekt gar nicht kennenlernen. Die Annahme, dass er das Gebäude am Neupfarrplatz sensibler angegangen wäre, teile ich. Das Entwerfen von einfachen, aber genialen Möbeln, war eher eine Nebenlinie, wie es man es bei vielen großen Kolleginnen und Kollegen seiner Zeit findet.

    2
    2
  • thomas otto

    |

    fassadenbegrünung etc. oder gar ein bosco verticale wie in mailand (dort zur “reforestation”) sehr schön, auch fürs mikroklima gut. eine schöne vorstellung, die der “steinernen stadt (wer wars?)” gut täte.
    trotzdem nur kosmetik für das heruntergekommene gebäude.
    darber hinaus wäre eine substantielle begrünung der altstadt mit büschen und bäumen -nicht diese blöden pflanzkübel- erstrebenswert. DAS wäre ein zukunftsprojekt für diese trostlose altstadt-auch wenns den touris egal wäre-.

    2
    3
  • Manfred Martin

    |

    Wilfried Süß
    6. März 2025 um 09:45

    Sehr geehrter Herr Süẞ
    Es war nicht ich, der den Architekten Eiermann in die Diskussion gebracht hat. Im Gegenteil ich hab das eher bezweifelt, denn ich kenn kein Gebäude von ihm in einer historischen Altstadt. Als Gestalter, der ich in Folkwang Essen studiert hat, ist auch Architetur für mich kein Fremdwort. Übrigens hat Eiermann wohl für Horten gearbeitet. Hier ein Ausschnitt seiner Vita!
    „Ein viel kritisierter Aspekt in Eiermanns Biografie ist seine Tätigkeit für die Merkur, Horten & Co. in Stuttgart. Dort war er beteiligt an einem Kaufhausneubau an der Stelle des berühmten Kaufhauses Schocken von Erich Mendelsohn. Um seinen eigenen Bau zu realisieren, nahm er einen Abriss dieses architektonischen Jahrhundertwerks trotz der Proteste der Stuttgarter Architektur-Studenten und zahlreicher deutscher und ausländischer Architekten und Kunstwissenschaftler in Kauf.[11] Der Neubau 1960/61 für Horten war eines der ersten Gebäude mit einer vorgesetzten abstrakten Fassade, die das Gebäude nahezu vollständig bekleidet, dabei keinen Bezug auf den stadträumlichen Kontext nimmt und die innere Gliederung sowie den Maßstab des Gebäudes nicht ablesbar macht, siehe auch Hortenkachel, ein Prinzip, als dessen Erfinder Eiermann bisweilen fälschlicherweise bezeichnet wird.“

    1
    0
  • Ulrich Mors

    |

    Herr Greipl verwundert mit seinem Beitrag. Einerseits war er ein anerkannter Denkmalschützer für Bayern, andererseits kann er wohl kein Gefühl für die Entstehung von Denkmälern im Verlauf der Moderne und ihren Gegebenheiten entwickeln. Dass anderen dies möglich ist, zeigt sein Verweis auf Erwägungen im Landesamt für Denkmalpflege, in das er wahrscheinlich noch sichere Verbindungen hat. Alle seine Gedanken um ein Islamisches Kulturzentrum sind an sich und durch die Behandlung im Stadtrat gegenstandslos geworden. Wichtig und beachtenswert bleibt aber der Verweis auf die Möglichkeit der Zuerkennung von Denkmalcharakter.

    Herr Martin hat in zwei Beiträgen den Blick auf mögliche Behandlung und Entwicklungen geweitet durch Einbeziehung anderer Städte und andere bereits zuvor durch Verweis auf den Architekten Eiermann. Hinzu kommen sollte das historische Wissen um die Aufbaugeschichte von Handel und Kauf in Städten im Nachkriegsdeutschland bis etwa 2000. Rückblickend kann man von einer markanten Epoche sprechen, die Momente der Gründerzeit in moderne Zeit aufnimmt, gezwungen, begünstigt und geleitet vom Wiederaufbau mit riesigem Bedarf an Bausubstanz, schnellem und kostengünstigem Bauen sowie grossem persönlichem Bedarf und Konsum bei wachsendem Einkommen, aber noch ohne Automobil als selbstverständlichem Gegenstand des Lebens bei allen Bürgern. Computer und vernetzte Verbindung gab es seit etwa 1970 im Grösstformat in langsamer Verbreitung und Minimalisierung. Erwähnt werden muss allerdings auch, dass die Haltung zum Wiederaufbau von Ruinen teilweise von modernistischer Beseitigungswut begleitet war.

    Beide Beiträge von RD werden mit dem denkbar ungünstigsten Foto des Kaufhofs bei düsterer und nasser Witterung und im Anschluss an die Plattenwüste des Neupfarrplatzes eingeleitet. Vom Foto geleitet ist der Wunsch nach Grün dadurch unvermeidlich und auch Abriss erscheint nicht ganz abwegig. Doch Aufnahmen unter günstigen Bedingungen, von anderen Seiten und vor allem die Gesamtsicht machen deutlich, dass der Architekt sich mit grosser Sensibilität in die Architektur der Altstadt eingefühlt hat, indem er die Monumentalität der Zweckvorgabe, die dem Volumen einer Kathedrale gleichkommt, in der Vertikalsicht in unterschiedliche Sichtfelder und die Dachlandschaft wie in solche Reaktionen von Einzelhäusern und Türmen aufgeteilt hat. Bezogen auf die Bedeutung der Altstadt und ihre Unversehrtheit in Deutschland erscheint dies einmalig, sodass ein Denkmalcharkter dafür nicht abwegig erscheint.

    6
    3
  • Wilfried Süß

    |

    @ Manfred Martin
    6. März 2025 um 16:24 | #
    Ich möchte den fachlichen Dialog zwischen uns mit Rücksicht auf den Charakter dieses Forums nicht vertiefen. Hier sollen nach meiner Einschätzung die verfassten Texte zur Einordnung der Kompetenz ihrer Autoren genügen. Vereinzelt ist sicher auch ein Hinweis auf die eigene Erfahrung für die Allgemeinheit erhellend. Bleiben wir beim Thema – dem Gebäudekomplex am Neupfarrplatz und warten gespannt ab, wie die Geschichte enden wird.
    Ihren Einwurf nahm ich zum Anlass, im Internet zu recherchieren. Es ist bemerkenswert, wie dort Kommentare zu Fakten im Detail variieren. Lassen wir es dabei: Egon Eiermann war in den 50ern tatsächlich Partner im von Horten beauftragten Team für die Planung seines Stuttgarter Kaufhauses, beendete aber die Zusammenarbeit daraufhin.

    0
    1
  • Realist

    |

    Egal ob Denkmal oder nicht Denkmal (hoffentlich kein Denkmal)… Das Gebäude ist so nicht nutzbar. Zu Konditionen die nötig sind um positive Erträge zu erwirtschaften wird die Immobilie im jetzigen Zustand nie vermietbar oder nutzbar sein, da einfach die Flächen pro Etage zu groß sind. Einen Umbau (der mehrere 10 Mio Euro Kosten dürfte) wird kein Investor vornehmen, da das Mietertragsrisiko auch dann viel zu hoch wäre. Ich bin mir sicher, dass es nur zwei Alternativen geben wird-entweder Leerstand oder Abriss.
    Wurde nicht auch das Hotel Karmeliten damals abgerissen… Dürfte ein Drittel der (Grundstücks)-Fläche haben.
    Es gibt für mich nur die Option Abriss verbunden mit einem städtebaulichen Wettbewerb, was dann aus der Immobilie werden soll. Erdgeschoss und Kellergeschoss gewerbliche Nutzung, Rest Wohnbebauung. Karmeliten hat es gezeigt, dass es geht.
    Es wird sich nur ein Bauträger oder Investor finden, der vorher mit der Stadt bezüglich der Möglichkeiten des Neubaus spricht, ansonsten wird es zu einer Bauruine…
    Wenn die Stadt die Immobilie ankauft, werden die Grunddaten der Immobilie auch nicht anders, sondern die Stadt wird ähnlich wie beim Jahn-Stadion über Jahre defizitäre Zahlen in nicht unerheblicher Höhe zu verkraften haben, außer auch die Stadt wird sich mit dem Abriss beschäftigen…
    Exkurs:
    Was ist ein Supermarkt wert, wenn der Mieter wie Lidl, Aldi, Edeka…etc den Mietvertrag nicht verlängert…? Er wird, wenn man keinen Nachmieter findet nicht mehr wert sein wie der Bodenwert abzüglich der Abriskosten, d.h. der Baukörper ist einfach wertlos…

    2
    0
  • Ulrich Mors

    |

    @ Realist 09.03.2025

    Spielt man angeregt von Überlegungen zu Leerstand und Abriss mit möglichen Kosten für Erwerb, Umbau, Abriss und Neubau im Verhältnis zur Erwirtschaftung der dafür eingesetzten Investitionen, wird m. E. der Leerstand mit Verwahrlosung am wahrscheinlichsten. Ich bin kein Fachmann der Bau- und Finanzbranche, doch ausgehend von nutzbaren 12500 Quadratmetern wäre für mich kein Anreiz für Kauf mit realistisch rentablem Umbau bei mehr als 15 Millionen. Für die Endnutzung kämen viele Millionen des Umbaus hinzu. Beim Abriss erhöhen sich die Gesamtkosten noch erheblich. Dabei kommen zudem die Belastung der Innenstadt durch langjährige Bauarbeit sowie eine sich nur langsam schliessende Baulücke hinzu.

    Die Stadt tut gut daran, sich auf den Leerstand einzurichten und sich aller rechtlichen und realen Mittel gegen den optischen Eindruck der äusseren Verwahrlosung zu versichern. Sie erhöht dabei auch den Druck auf den aktuellen Besitzer zur realistischen Einschätzung seiner Lage.

    Die Chancen für das Objekt sehe ich in staatlichen Bereichen von Bund und Land Bayern bei neuen dringend notwendigen Investitionen, für die Mittel für Baugrund, Erschliessung und Neubau in vergleichbarer Höhe eingesetzt werden müssten, um den gleichen Nutzen zu erzielen. Erhielte der ehemalige Kaufhof durch Initiative des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege den Status eines Denkmals, würde sich Bayern sicher auch bei Neuinvestitionen für das Denkmal interessieren.

    0
    1
  • growth mindset

    |

    Ulrich Mors 9. März 2025 um 17:48
    „Die Stadt…… erhöht dabei auch den Druck auf den aktuellen Besitzer zur realistischen Einschätzung seiner Lage.“
    Ich bin auch kein Fachmann für „Finanzspekulationen“. Es fehlt Transparenz und es bleiben unbeantwortete Fragen über Fragen.
    Wie sieht dieser Druck aus? Ist das immer noch der israelische Taxifahrer, der angeblich als „Strohmann“ tätig war, oder noch ist? Er scheint nur schwer zu kontaktieren zu sein. Alles sehr dubiös und verschleiert. Ist er beruflich als Taxifahrer so stark gefordert? Oder bereitet er sich auf eine weitere Tätigkeit für eine weitere „Immobilienspekulation“ in irgendeiner anderen europäischen Metropole vor?
    „Alles nicht so einfach, wenn man es doppelt nimmt!“ 😊

    0
    0
  • Realist

    |

    Ob bei einem Neubau tatsächlich wieder 12.500 qm an Wohn-/Nutzfläche erzielt werden kann ist fraglich. Zum einen kann nicht die gesamte Grundstücksfläche bebaut werden, da ich für eine gute Belichtung der Wohnungen sorgen muss, zum anderen muss ich natürlich bei einem Neubau evtl. Abstandsflächen einhalten (evtl. müssen Außenwände stehen bleiben). Auf Grund der Lage gehe ich davon aus, dass neue Wohnungen in der Lage sicherlich für deutlich über 10.000 Euro/qm vermarktet werden können, und die Gewerbeflächen, je nach Mieter und Mietflächenstruktur, zum 20 fachen der Jahresmiete vermarktet werden können.
    Der derzeite Wert der Immobilie richtet sich nach der zukünftigen Bebaubarkeit. Was die Wohnflächen betrifft wird ein Investor sicherlich 4.000 Euro pro qm neuer Wohnfläche bereit sein zu bezahlen. (Je mehr Wohnfläche genehmigt wird um so wertvoller ist das Grundstück). Hinzu kommt der Wert des Grundstückes für das Baurecht der Gewerbeflächen, der aber pro qm genehmigter Nutzfläche deutlich niedriger sein wird als die 4.000 Euro, die für Wohnflächen bezahlt werden.
    Da die Immobilie im derzeitigen Zustand nicht rentierlich nurzbar ist, denke ich eben, dass nur ein Abriss in Frage kommt und mittelfristig eine Bauvoranfrage bei der Stadt eingereicht wird.

    2
    0
  • Jürgen

    |

    Die beiden ersten Kommentare haben alles ausgesagt, was darüber zu sagen ist.
    Danke dafür.
    Herr Greipl ist nicht unbedingt ein Fachmann für die Architektur der Moderne und sollte bei seinem Fachgebiet bleiben.
    Das meine ich ganz wertfrei und stehe zu dem Gebäude neutral.
    Einen Rückbau in das Jahr 1700, 1800, xxxx lehne ich ab. Nachgebaute Kulissen haben noch keinem Ort gut getan. Die Zeit schreitet voran und so wie alles, ist auch die Architektur nicht davon ausgenommen.

    7
    0
  • Bertold

    |

    Ich würde ja den Mittelweg gehen und vom Gebäude so viel Nutzen wie möglich, aber Umfang und Fassade “gefälliger” machen. Einen vollständigen Abriss halte ich nämlich für genuso verwerflich, wie ich einen Wiederaufbau im Stile der damals abgerissenen und tatsächlich schützenswerten Gebäude für utopisch erachte. Die Substanz ist schon da und sicherlich nicht so marode, wie das manchmal dargestellt wird. Die (angepasste) Weiternutzung wäre daher auch im Sinne der Nachhaltigkeit wünschenswert.
    Am Besten wäre es natürlich, wenn man sich zunächst ehrlich macht und eingesteht, dass die Zeit der großen Kaufhäuser schlicht zu Ende ist und auch mal grundsätzlich hinterfragt, ob es in der (in meinen Augen) unumkehrbaren Zeit des Versandhandels überhaupt noch so viele Einzelhandelsflächen in der Stadt braucht. Und das möchte ich doch stark bezweifeln.

    Wenn’s nach meiner Pfeife gehen würde, würde ich die obersten Etagen daher zumindest teilweise/treppenförmig abtragen und durch einen Stadtgarten mit mittelpreisigem Cafe mit Regionalbezug ersetzen. Quasi eine belebte moderne grüne Lunge für die Altstadt schaffen und die verbleibenden Flächen des Gebäudes als “Regionalkaufhaus” kleinen Geschäften mit regionalen Waren, Kunst und Kultur widmen. Auch die Touristenströme dürfte das doch freuen, wenn sie da authentische Mitbringsel finden. In dem Zuge könnte der Fassade der alten Wache ja auch wieder echtes Leben eingehaucht werden.
    Dazu noch die verbleibenden “Reste” der Kaufhof-Fassade umfassend begrünen und geeignete Stellen der Eiermann-Fassade passend in Szene setzen und so erhalten. Das Eck bei der Kassianskirche/TK Maxx finde ich nämlich gar nicht so schlecht und hätte mit etwas mehr Gestaltung des “Drumherums” durchaus Potential.

    2
    0

Kommentare sind deaktiviert

drin