28 Sep.2013
CSU stellt Stadtratsliste auf
Trockene Angelegenheit in Glanz und Gloria
Einstimmige Empfehlung des Kreisvorstands
Am Vorabend der Listenaufstellung zur Stadtratswahl hatte der Kreisvorstand bis kurz vor Mitternacht getagt und, Rieger zufolge, „in geheimer Abstimmung“, einstimmig einen „Empfehlungsbeschluss“ für die Liste gefasst, der dann auch ohne große Diskussion angenommen wurde. Und dass man sich anschließend seiner Sache sicher war, zeigt nicht nur die Abwesenheit des Oberbürgermeisters – Hans Schaidinger war ob der Feierlichkeiten zur Städtepartnerschaft mit Pilsen verhindert, sondern auch von 20 der 117 Delegierten. Es kommt eben nicht mehr auf jede Stimme an.„Schlechtes Omen für Wolli“
87 der 97 Anwesenden gaben am Samstag innerhalb von nicht einmal zwei Stunden den Kandidaten ihre Zustimmung. Gewählt wurden alle 50 in einem Block und weil man entsprechend nur mit „Ja“ oder „Nein“ abstimmen konnte, blieb die – wohl eher proforma aufgebaute – Wahlkabine an diesem Tag leer. Dass der Kreisvorsitzende Franz Rieger für diese Zusammenkunft einen Saal mit dem Namen „Glanz und Gloria“ gebucht“ hat, war nur noch die Kirsche auf das Sahnehäubchen.Einst Erzfeinde, jetzt stabil und geschlossen: Christian Schlegl und Franz Rieger. Fotos: as
Ein Gugau, aber kein Gugau-Lager
Angeführt wird die Liste vom OB-Kandidaten Christian Schlegl, Franz Rieger und Astrid Freudenstein, die vergangene Woche – etwas überraschend – den Sprung in den Bundestag geschafft hat. Die JU ist nicht nur mit ihrem Vorsitzenden Michael Lehner (Platz 4) die wohl am besten vertretene Gruppe. Und die „Bürger für Regensburg“, einst als Drohkulisse zur Rieger-CSU aufgebauter Schlegl-Wahlverein, scheinen mit Platz 15 für ihren Vorsitzenden Konrad Brenninger und 23 für Manfred Hetznegger zufrieden zu sein. Brenninger kündigte bereits an, seinem Verein nun vorzuschlagen, bei der Wahl nicht mit einer eigenen Liste anzutreten. Armin Gugau, einst Protegé Riegers, dann von ihm als Kreisvorsitzender abserviert, erhielt – wohl auch als Geschenk für anschließende Stillhalten – den sicheren Listenplatz 7. Sein Lager, sofern man davon überhaupt sprechen kann, kam auf der Liste hingegen kaum zum Zuge.„Dossierschreiber nicht wählen“
Da half auch die anonyme Mail eines „Parteimitglieds“ an Delegierte, Medien, CSU-Landesleitung und Generalsekretär Alexander Dobrindt nichts mehr, in der gefordert wurde, die drei zur Wahl stehenden „Dossierschreiber“ nicht zu nominieren. Gemeint waren Freudenstein, Schlegl und Josef Ludwig Zimmermann (Platz 8), denen – lang ist’s her – 2007 die rechten Umtriebe innerhalb der CSU plötzlich ein Anliegen geworden waren. Im Zuge dieser, vom parteiinternen Machtkampf motivierten Aktion entledigte man sich insbesondere Gero Kollmers und Thomas Fürsts, dessen immer wieder befürchteter/ erhoffter/ behaupteter Einfluss innerhalb der CSU – betrachtet man die aktuelle Liste – nicht (mehr) vorhanden zu sein scheint. Allerorten: Friede, Freude, Eierkuchen.Trübte die Freude nur ein wenig: Arthur Bechert.